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Montag, 8. Januar 2007
Niemand ist eine Insel!
blackbirdblue, 00:32h
Ich kämpfe mich durch die anonymen Gesichter der Großstadt.
Ein zerknautschter Trenchcoat drängt mich zur Seite, eine mauergeblümte Stoffjacke, wird von zwei kleinen, bunten Anoraks an mir vorbei gezogen. Für einen kurzen Moment bin ich abgelenkt und schon stoße ich unsanft mit einem grauen Anzug zusammen (mmh, Mohair?). Ich schlängle mich hinter dem braunen Tweed-Mantel vorbei, und weiche einer Gruppe jugendlicher Parkas aus. Ein Schubsen von rechts, ein Stolpern links – der dunkle Strom der Passanten drängt sich mir erbarmungslos entgegen und droht mich mitzureißen.
Ich treibe im Meer der verlorenen Seelen.
Auch nach Jahren in der Großstadt bin ich Außenstehende. Abweichlerin. Allein dem emsigen Treiben zuzusehen, raubt mir den Atem. Doch manchmal geschieht das Unvermeidbare. Dann bin ich mittendrin. Mitgerissen und doch zurückgelassen, geduldet, ignoriert, geschubst und letzlich wieder ausgestoßen. Ich bin ein Teil des Ganzen und gehöre doch nicht dazu. Ein Spatz unter Tauben.
Bertolt wartet schon auf mich. Ich geselle mich zu ihm auf die Bank, erzähle ihm, wie es mir in letzter Zeit ergangen ist: von den schlaflosen Nächten, den sinnfreien Tagen, und von der Sylvester-Party auf der ich einem alten Bekannten begegnet bin, mit dem ich dann die Vereinbarung traf, dass wir beide -falls sich "nichts Besseres" ergibt- in dieser Nacht einander körperlichen Trost spenden würden.
Niemand ist eine Insel!
Bertolt hört zu und lächelt mild. So wie er es immer tut, wenn ich ihn an neuen Anekdoten aus meinem Leben teilhaben lasse. Für einen Moment scheint es, als wolle er mir einen väterlichen Rat geben. Doch er bleibt stumm. Und plötzlich wirkt sein Lächeln fast abfällig.
Also verabschiede ich mich...
...und lasse mich wieder durch die Straßen treiben.

Ein zerknautschter Trenchcoat drängt mich zur Seite, eine mauergeblümte Stoffjacke, wird von zwei kleinen, bunten Anoraks an mir vorbei gezogen. Für einen kurzen Moment bin ich abgelenkt und schon stoße ich unsanft mit einem grauen Anzug zusammen (mmh, Mohair?). Ich schlängle mich hinter dem braunen Tweed-Mantel vorbei, und weiche einer Gruppe jugendlicher Parkas aus. Ein Schubsen von rechts, ein Stolpern links – der dunkle Strom der Passanten drängt sich mir erbarmungslos entgegen und droht mich mitzureißen.
Ich treibe im Meer der verlorenen Seelen.
Auch nach Jahren in der Großstadt bin ich Außenstehende. Abweichlerin. Allein dem emsigen Treiben zuzusehen, raubt mir den Atem. Doch manchmal geschieht das Unvermeidbare. Dann bin ich mittendrin. Mitgerissen und doch zurückgelassen, geduldet, ignoriert, geschubst und letzlich wieder ausgestoßen. Ich bin ein Teil des Ganzen und gehöre doch nicht dazu. Ein Spatz unter Tauben.
Bertolt wartet schon auf mich. Ich geselle mich zu ihm auf die Bank, erzähle ihm, wie es mir in letzter Zeit ergangen ist: von den schlaflosen Nächten, den sinnfreien Tagen, und von der Sylvester-Party auf der ich einem alten Bekannten begegnet bin, mit dem ich dann die Vereinbarung traf, dass wir beide -falls sich "nichts Besseres" ergibt- in dieser Nacht einander körperlichen Trost spenden würden.
Niemand ist eine Insel!
Bertolt hört zu und lächelt mild. So wie er es immer tut, wenn ich ihn an neuen Anekdoten aus meinem Leben teilhaben lasse. Für einen Moment scheint es, als wolle er mir einen väterlichen Rat geben. Doch er bleibt stumm. Und plötzlich wirkt sein Lächeln fast abfällig.
Also verabschiede ich mich...
...und lasse mich wieder durch die Straßen treiben.

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